TV-Altenburg – Gott im Puls :Ganz besonders zum Muttertag,auch für Kinder zum Mitsingen, Tanzen und Beten
https://www.altenburg.tv/nachrichten/15361/GottImpuls.html
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Jubilate 2020 (II) – Joh. 15,1-8
Liebe Gemeinde!
„So bin ich Jesus ohne dich“. So der Titel eines tollen Kinderliedes:
Der Hit in der Christenlehre seit einigen Jahren, seit August auch in der Thonhausener Grundschule, wo ich die Klasen 3+4 zu unterrichten habe. Momentan wegen des Ausnahmezustands nicht, vermutlich erst wieder im neuen Schuljahr, falls in den Schulen wieder Normalität einkehren sein sollte. Doch nicht mit „So bin ich Jesus ohne dich“ beginnt das Lied, sondern mit Strophe 1:
„So wie Pommes ohne Ketchup,
wie ein Schlauchboot ohne Luft,
so wie Sommer ohne Sonne,
so wie Joghurt ohne Frucht.“
Und noch der letzte Vers:
„Wie ein Auto ohne Räder,
wie ein Streichholz ohne Kopf,
wie ein Birnbaum ohne Birnen,
wie ein Chefkoch ohne Topf.“
Die Kinder singen die letzte Strophe aber anders und zwar so:
„Wie ein Auto ohne Räder,
wie ein Streichholz ohne Topf,
wie ein Birnbaum ohne Birnen,
wie ein Chefkoch ohne Kopf.“
Und das mit dem „Chefkoch ohne Kopf“ schreien die Kinder dann immer richtig raus. Doch zwischen den Strophen immer der Refrain und der geht so:
„So bin ich Jesus ohne dich,
so bin ich Jesus ohne dich.“
Es gibt einfach Dinge, die gehören zusammen. Und das gilt auch für den christlichen Glauben, der ohne Jesus nur eine Hülle ohne Inhalt ist. Nichts anderes sagt Jesus:
„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Deshalb: Bleibt in mir und ich in euch!“
Das gilt auch im Ausnahmezustand einer Pandemie, in der Selbstverständlichkeiten keine Selbstverständlichkeiten mehr sind:
Es gilt uns Christen, die wir uns sich nicht mehr wie gewohnt und derzeit nur unter Auflagen treffen dürfen.
Es gilt den Kindern, die ihre Eltern oder Großeltern nicht mehr sehen und sprechen können.
Es gilt denen, die nicht mehr besucht werden dürfen, weil der Zutritt in Krankenhäuser und Heime untersagt ist.
Es gilt denen, deren wirtschaftliche Grundlage weg zu brechen droht, weil das Geschäft pleite ist oder die Arbeitslosigkeit droht.
Es gilt der Risikogruppe. Und das sind nicht nur die Alten.
„Bleibt in mir und ich in euch!“
Das gilt in guten Tagen, das gilt in der Ausnahmesituation einer Pandemie.
„Bleibt in mir!“ Denn ich habe den Tod besiegt!
„Bleibt in mir!“ Denn ich habe euch lieb!
7mal kommt das Wort “Bleiben” in unserem PT vor. Klingt ja erst einmal überhaupt nicht spektakulär, weil “Bleiben” doch eine Sache ist, die scheinbar alles so lässt, wie es nun einmal ist.
Aber auch das Bleiben kann Veränderung bewirken. Jeden Tag lese ich es, jeden Tag sehe ich es auf dem Bildschirm meines Computers in den unterschiedlichsten Varianten. Zuletzt:
„Zuhause bleiben – zusammen gegen Corona!“
Bleiben oder auch Bleibenlassen, weil das auch mal sinnvoll sein kann.
Und das “Bleiben in Jesus” steht sogar noch unter der Verheißung, “Frucht zu bringen”. Ein Versprechen, das Jesus uns auch heute gibt.
Dass wir mit ihm und an ihm eben kein fruchtloses und nutzloses Leben führen, sondern ein Leben, das erfüllt ist mit Gottes guten Gaben und Möglichkeiten.
Ein Leben ohne Angst, das aber nicht leichtfertig ist.
Ein Leben, das mit einer gesunden Portion an Zuversicht nach vorne schaut, weil da doch der ist, der den Tod besiegt hat.
Ein Leben, das nicht nur sich selbst, sondern auch den anderen in den Blick nimmt.
Jesu Worte, letztlich eine Einladung, mit ihm Gemeinschaft zu haben. Und diese Einladung steht selbst dann noch, wenn ich Jesus in meinem Leben aus dem Blick verlieren sollte.
Irgendwer hat mal gesagt, „für Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle“.
Ich sag es heute so: Für Gott gibt es auch keine hoffnungslosen Situationen!
Im Bild unseres Gleichnisses gesprochen: Es ist doch alles andere als Jesu Wille, dass die Welt den Bach runter geht oder wir zu dürrem Holz werden und dann im Feuer landen. Nein!
“Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht. Aber ohne mich könnt ihr nichts tun!”
Klar, kann ich den ganzen Tag was ohne Jesus tun, aber eben nichts, was in Jesu Sinn “Frucht hervorbringt”.
Aber geht das überhaupt, dass eine Rebe den Weinstock einfach so verlassen kann, ich mich quasi von Jesus selbst abschneiden kann?
Ist die Rebe nicht mit dem Weinstock verwachsen und hängt halt da, wo sie hängt?
Das Bleiben an Jesus nicht letztlich doch eine passive Sache, die von mir überhaupt nichts verlangt?
Nein, unser “Bleiben” an Jesus ist kein Nichtstun, sondern ein Festhalten an Jesus, das aus ihm all das empfängt, was für unser Leben nötig ist.
Letztlich der Segen Gottes, der in mir offene Kanäle finden will, damit er mein Leben gestalten und verändern kann.
Kein moralischer oder religiöser Kraftakt meinerseits, schon gar kein Befehl, sondern eine Einladung Jesu, “alles” von ihm zu erwarten und dann von ihm zu empfangen! Und das ist eben ein gewaltiger Unterschied!
Ich denke, darum geht’s! Ich in Jesus, er in mir.
Das nicht nur im Gottesdienst, sondern das auch in der Ausnahmesituation einer Pandemie.
Doch damit sind wir auch bei der entscheidenden Frage des Glaubens:
Wollen wir mit Gott leben, wollen wir mit ihm in eine Beziehung treten, die geprägt ist von Nähe und Gemeinschaft?
Oder doch lieber die religiöse Schiene, die Gott immer mal was gibt, damit wir von ihm auch was erwarten können?
Anders gefragt: Könnte es so sein, dass wir Gott vielleicht nicht um seiner selbst willen lieben, sondern nur seine guten Gaben abschöpfen wollen?
Was lieber: Gott oder das, was wir von ihm erwarten?
„Herr, ich glaube an dich, bin sogar heute hier mit Schutzmaske, ich gebe mir doch Mühe mit den Geboten und außerdem zahle ich mein Kirchgeld.
Aber ich möchte auch, was ich von dir brauche: Ungeschoren durch die Pandemie kommen. Deinen Segen, wieder ein gutes und normales Leben. Sorge bitteschön dafür, dass es klappt mit Arbeit und Familie, sorge bitteschön dafür, dass ich mich auch nach der Pandemie meiner Gesundheit erfreuen kann und, und, und…“
Doch Gott ist kein Weihnachtsmann und er ist auch nicht der alte Mann mit weißem Bart, der zu allem Ja und Amen sagt, auch wenn wir das gerne hätten.
Sondern Gott bleibt immer noch Gott. Und er in unserem PT der “Weingärtner”, dem der Weinberg mit allem Drum und Dran gehört und der seine Arbeit tut:
Der im Winter fast alle Reben wegschneidet, so dass das meiste vom schönen Weinstock am Boden liegt. Und die wenigen Reben, die er am Weinstock lässt, die kürzt er ein und verbiegt sie sogar manchmal. Und im Sommer, wenn sich die Trauben schon zu färben beginnen, kommt der Weingärtner noch mal mit seiner Schere und schneidet noch so manche Rebe und so manche Trauben weg. Aber das macht er natürlich nicht, um seine Ernte zu ruinieren, sondern um einen optimalen Ertrag zu erzielen.
Vielleicht eine mögliche Antwort auf so manches Schwere im Leben:
Gott, der mich hin und wieder auch mal mit seiner Rebschere behandelt, aber das doch nicht um mir weh zu tun, sondern um mich zu kultivieren, damit ich mehr Früchte bringe?
Vielleicht auch eine mögliche Antwort auf die gegenwärtige Situation:
Unser Herr, der seiner Kirche einen Knüppel zwischen die Beine wirft, damit die sich vielleicht mal wieder mehr auf das besinnt, was ihr eigentlicher Grund und ihre Aufgabe ist.
„Was hat der sich da oben dabei nur gedacht?“ So die Frage eines Mannes aus einem unserer Dörfer an mich, der mir beim Radfahren begegnete.
Und heraus kam: Nachdenken. Sich auf das Wesentliche besinnen. Auf das, was trägt, was hält, was Mut in dieser bedrohlichen Zeit gibt. Letztlich der Glaube an Jesus, an den, der sagt:
„Bleibt in mir und ich in euch!“ Denn wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht!”
Amen.
EG 406,1-4 “Bei dir Jesu will ich bleiben”
https://www.youtube.com/watch?v=6T64nMqVJqM
Ostersonntag- Gott Impuls 12.4.2020, 10 Uhr, TV Altenburg
Sondergemeindebrief Kirchspiel Thonhausen-Nischwitz April 2020
Liebe Einwohner, liebe Gemeindeglieder!
Auf Grund der aktuellen Situation sind erst einmal alle kirchlichen Veranstaltungen bis zum 19.04.2020 ausgesetzt. Darum wende ich mich mit dem Predigttext des Palmsonntags an Sie:
3 Und als Jesus in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf Jesu Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis. 9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat (Markus 14,3-9).
Keine Coronakrise, aber doch auch eine Ausnahmesituation, die diese Geschichte erzählt: Denn da platzt eine Frau mit einem Fläschchen kostbarsten Öls in eine Männerunde und sorgt für Aufregung. Und was tut diese Frau? Sie nimmt diese wahnsinnig teure Flüssigkeit und gießt sie über Jesus aus. Und Jesus lässt es geschehen. Warum? Ich denke, weil diese Frau voller Liebe für ihn ist! Denn sie gibt alles!
Was für eine Verschwendung! Doch unverantwortlich! Das Geld doch wie zum Fenster herausgeschmissen und das für einen überflüssigen Luxus. Und ich kann die Jünger mehr als verstehen, wenn sie protestieren: “Brot für die Welt”, in unserer Situation vielleicht „Schutzmasken für alle“, statt “Parfüm für Jesus”.
Und doch salbt diese namenlose Frau Jesus. Sie salbt den König aller Könige, auf dessen Haupt wenig später eine Dornenkrone gepresst werden wird. Und sie tut im Voraus das, was andere Frauen am Karfreitag nicht mehr schaffen werden. Und diese Frau gibt dabei ihr Bestes und Wertvollstes! Und das Jesus, der nur wenige Tage später sein Bestes und Wertvollstes ihr geben wird: Sein Leben!
Diese Begebenheit doch nichts anderes als eine Liebesgeschichte einer namenlosen Frau zu Jesus. Aber warum wird deren Name eigentlich nicht genannt? Mir ist da nur eine einleuchtende Antwort eingefallen: Ein leeres Feld, das mit einem Namen auszufüllen ist!
Und dann wird’s auf einmal ganz persönlich, weil Jesus mich fragt, was ich ihm wert bin: “Liebst du mich?” Könnten wir diese Frage mit einem klaren Ja beantworten? Und wenn ich Jesus liebe, was ist er mir wert?
Letztlich geht es nicht um Geld, sondern um Liebe, um Leidenschaft, um Hingabe an Jesus. Es geht um den Mut dieser Frau, die einfach tut, was dran ist. Eine Frau die schweigt, für die aber Jesus das Wort ergreift und die er verteidigt. Jesus, der in ihr Herz sieht und dort ihre brennende Liebe, die so verschwenderisch ist.
Passiert in einem Kindergarten:
In der Passionszeit lässt eine Erzieherin die Kinder Bilder vom Leiden und Sterben Jesu malen. Und da ist ein kleines Mädchen, das Jesus mit dem Kreuz auf der Schulter malt. Ein erstaunliches Bild, das mit den anderen Bildern dann im Vorraum des Kindergartens aufgehängt wird, damit die Eltern auch sehen, was ihre Kinder so gemacht haben. Doch nach einigen Tagen hängt am Bild dieses kleinen Mädchens noch ein Strauß mit Schneeglöckchen. Die Erzieherin stellt dann fest, dass dieser Strauß von der kleinen Malerin selbst angebracht wurde und sie fragt das Mädchen dann, warum sie das getan hat. Und das Mädchen: “Weil ich Jesus lieb habe.”
Die Kleine hat das Wesentliche kapiert: Jesus geht seinen schweren Weg ans Kreuz aus lauter Liebe zu mir. Und diese Liebe ist unermesslich groß und sie wartet darauf, von uns erwidert zu werden.
“Wenn ihr nicht werdet wie diese Kinder” sagt Jesus einmal. Und was zeichnet kleine Kinder in einer intakten Familie aus? Ein Urvertrauen in ihre Eltern, das alles erwartet, weil sie sich geliebt wissen! Eine Form von Vertrauen, das wir in Jesu Namen Gott entgegen bringen dürfen, auch mitten in der Krise!
Denn da ist doch Jesus, dessen Sieg über den Tod wir in diesem Jahr leider nicht in gewohnter Weise in den Gottesdiensten feiern können. Doch wir dürfen unsere Anliegen vor Jesus bringen, und Hilfe, Trost und Zuversicht erwarten! Amen.
Bei Bedarf von Hilfe, wie z.B. beim Einkauf oder auch dem Wunsch nach einem Gespräch, bitte an mich oder eine/n Kirchenälteste/n wenden (03762/3626 + 0174/7451468 + jdittmar@gmx.de).
Seien Sie behütet!
Ihr Pfarrer Jörg Dittmar
Andacht vom 5.April 2020, 10 Uhr
https://www.altenburg.tv/nachrichten/15251/GottImpuls.html
Andacht vom 29.März 2020, 10 Uhr
https://www.altenburg.tv/nachrichten/15222/GottImpuls.html
Andacht vom 22.März 2020, 10 Uhr
https://www.youtube.com/watch?v=x7wrUs5CY9Q